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Helen Charlston mezzo-soprano

Sholto Kynoch piano

 

12 November 2025, 14:30

Wimbledon International Music Festival

 

PROGRAMME:  

 

 

All the texts in this programme are by Heinrich Heine (1797-1856), from ‘Lyrisches Intermezzo’, part of the ‘Buch der Lieder’.

 

 

Fanny Hensel (1805 - 1847) Ein Fichtenbaum steht einsam

Felix Mendelssohn (1809 - 1847) Auf Flügeln des Gesanges, Op.34 no.2

Robert Schumann (1810 - 1856) Die Lotosblume, Op.25 no.7

Carl Loewe (1796 - 1869) Die Lotosblume, Op.9 no.1

Fanny Hensel Schwanenlied, Op.1 no.1

Josephine Lang (1815 - 1880) Wenn zwei von einander scheiden, Op.33 no.2

Felix Mendelssohn Reiselied, Op. 34 no.6

*****

Robert Schumann Dichterliebe, Op. 48

 

i. Im wunderschönen Monat Mai
ii. Aus meinen Tränen sprießen

iii. Die Rose, die Lilie, die Taube, die Sonne

iv. Wenn ich in deine Augen seh

v. Ich will meine Seele tauchen

vi. Im Rhein, im heiligen Strome

vii. Ich grolle nicht

viii. Und wüßten's die Blumen, die kleinen

ix. Das ist ein Flöten und Geigen

x. Hör' ich das Liedchen klingen

xi. Ein Jüngling liebt ein Mädchen

xii. Am leuchtenden Sommermorgen

xiii. Ich hab' im Traum geweinet

xiv. Allnächtlich im Traume

xv. Aus alten Märchen

xvi. Die alten, bösen Lieder

TEXTS AND TRANSLATIONS:

Ein Fichtenbaum steht einsam

Hensel / Heine

 

Ein Fichtenbaum steht einsam

Im Norden auf kahler Höh.

Ihn schläfert; mit weißer Decke

Umhüllen ihn Eis und Schnee.

 

Er träumt von einer Palme,

Die, fern im Morgenland,

Einsam und schweigend trauert

Auf brennender Felsenwand.

 

 

 

Auf Flügeln des Gesanges

Mendelssohn / Heine

 

Auf Flügeln des Gesanges,

Herzliebchen, trag’ ich dich fort,

Fort nach den Fluren des Ganges,

Dort weiss ich den schönsten Ort.

 

Dort liegt ein rotblühender Garten

Im stillen Mondenschein;

Die Lotosblumen erwarten

Ihr trautes Schwesterlein.

 

Die Veilchen kichern und kosen,

Und schaun nach den Sternen empor;

Heimlich erzählen die Rosen

Sich duftende Märchen ins Ohr.

 

Es hüpfen herbei und lauschen

Die frommen, klugen Gazell’n;

Und in der Ferne rauschen

Des heil’gen Stromes Well’n.

 

Dort wollen wir niedersinken

Unter dem Palmenbaum,

Und Lieb’ und Ruhe trinken

Und träumen seligen Traum.

A pine is standing lonely

English translation © Hal Draper

 

A pine is standing lonely

In the North on a bare plateau.

He sleeps; a bright white blanket

Enshrouds him in ice and snow.

 

He’s dreaming of a palm tree

Far away in the Eastern land

Lonely and silently mourning

On a sunburnt rocky strand.

 

On Wings of Song

English translation © Richard Wigmore

 

On wings of song, my dearest,

I shall carry you away,

away to the meadows by the Ganges;

I know the loveliest place there.

 

A garden with red blooms

lies there in the still moonlight;

the lotus flowers await

their cherished sister.

 

The violets titter and flirt

and look up at the stars;

secretly the roses recount

fragrant tales in each other’s ears.

 

Coming friskily to listen

are the innocent, quick gazelles;

in the distance murmur

the waves of the sacred river.

 

There we will sink down

beneath the palm tree

and taste love and peace

and dream blessed dreams.

Die Lotosblume

Schumann & Loewe / Heine

 

Die Lotosblume ängstigt

Sich vor der Sonne Pracht,

Und mit gesenktem Haupte

Erwartet sie träumend die Nacht.

 

Der Mond, der ist ihr Buhle

Er weckt sie mit seinem Licht,

Und ihm entschleiert sie freundlich

Ihr frommes Blumengesicht.

 

Sie blüht und glüht und leuchtet

Und starret stumm in die Höh’;

Sie duftet und weinet und zittert

Vor Liebe und Liebesweh.

 

 

Schwanenlied

Hensel / Heine

 

Es fällt ein Stern herunter

Aus seiner funkelnden Höh,

Das ist der Stern der Liebe,

Den ich dort fallen seh.

 

Es fallen vom Apfelbaume,

Der weissen Blätter so viel,

Es kommen die neckenden Lüfte,

Und treiben damit ihr Spiel.

 

Es singt der Schwan im Weiher,

Und rudert auf und ab,

Und immer leiser singend,

Taucht er ins Flutengrab.

 

Es ist so still und dunkel,

Verweht ist Blatt und Blüt’,

Der Stern ist knisternd zerstoben,

Verklungen das Schwanenlied.

 

 

 

Wenn zwei von einander scheiden

Lang / Heine

 

Wenn zwei voneinander scheiden,

So geben sie sich die Händ,

Und fangen an zu weinen,

Und seufzen ohne End.

 

Wir haben nicht geweinet,

Wir seufzten nicht weh und Ach!

Die Tränen und die Seufzer,

Die kamen hintennach.

The Lotus-Flower

English translation © Richard Stokes

 

The lotus-flower fears

The sun’s splendour,

And with bowed head,

Dreaming, awaits the night.

 

The moon is her lover,

And wakes her with his light,

And to him she tenderly unveils

Her innocent flower-like face.

 

She blooms and glows and gleams,

And gazes silently aloft—

Fragrant and weeping and trembling

With love and the pain of love.

Swansong

English translation © Richard Stokes

 

A star falls to earth

From its glittering height,

That is the star of love

I see falling there.

 

The apple tree sheds

A host of white leaves,

Cajoling breezes come along

And play with them.

 

A swan sings on the lake,

Gliding to and fro,

And singing ever more softly

Dives into its watery grave.

 

It is so silent and dark,

Blossom and leaf have dispersed,

The star has guttered and gone out,

The song of the swan has faded away.

 

 

 

When two part from each other

English translation © Hal Draper

 

When two part from each other

They wring their hands and blend

Their tears and sobs and sorrow

And sighing without end.

 

We did not weep, my darling,

And not a sigh was heard;

The tears, the sighs, the anguish,

These came afterward.

Reiselied

Mendelssohn / Heine

 

Der Herbstwind rüttelt die Bäume,

Die Nacht ist feucht und kalt;

Gehüllt im grauen Mantel,

Reite ich einsam im Wald.

 

Und wie ich reite, so reiten

Mir die Gedanken voraus;

Sie tragen mich leicht und luftig

Nach meiner Liebsten Haus.

 

Die Hunde bellen, die Diener

Erscheinen mit Kerzengeflirr;

Die Wendeltreppe stürm’ ich

Hinauf mit Sporengeklirr.

 

Im leuchtenden Teppichgemache,

Da ist es so duftig und warm,

Da harret meiner die Holde,

Ich fliege in ihren Arm!

 

Es säuselt der Wind in den Blättern,

Es spricht der Eichenbaum:

„Was willst du, törichter Reiter,

Mit deinem törichten Traum?“

Song of Travel

English translation © Richard Stokes

 

The autumn wind shakes the trees,

The night is damp and cold;

Wrapped in a grey cloak,

I ride in the forest alone.

 

And as I ride, so my thoughts

Ride on ahead of me;

They carry me light as air

To my beloved's house.

 

The dogs bark, the servants appear

With flickering candlelight;

I dash up the spiral staircase

To the sound of clattering spurs.

 

There in her brightly tapestried room,

With its fragrance and warmth,

My loved one is waiting for me –

I fly into her arms.

 

The wind rustles in the leaves,

The oak-tree says:

Foolish rider, what do you want

With your foolish dream?

DICHTERLIEBE

Schumann / Heine

 

i.

Im wunderschönen Monat Mai,

Als alle Knospen sprangen,

Da ist in meinem Herzen

Die Liebe aufgegangen.

 

Im wunderschönen Monat Mai,

Als alle Vögel sangen,

Da hab’ ich ihr gestanden

Mein Sehnen und Verlangen.

POET’S LOVE

English Translations © Richard Stokes

 

 

In the wondrous month of May,

When all the buds burst into bloom,

Then it was that in my heart

Love began to burgeon.

 

In the wondrous month of May,

When all the birds were singing,

Then it was I confessed to her

My longing and desire.

ii.

Aus meinen Tränen spriessen

Viel blühende Blumen hervor,

Und meine Seufzer werden

Ein Nachtigallenchor.

 

Und wenn du mich lieb hast, Kindchen,

Schenk’ ich dir die Blumen all’,

Und vor deinem Fenster soll klingen

Das Lied der Nachtigall.

 

iii.

Die Rose, die Lilie, die Taube, die Sonne,

Die liebt’ ich einst alle in Liebeswonne.

Ich lieb’ sie nicht mehr, ich liebe alleine

Die Kleine, die Feine, die Reine, die Eine;

Sie selber, aller Liebe Wonne,

Ist Rose und Lilie und Taube und Sonne.

 

 

iv.

Wenn ich in deine Augen seh’,

So schwindet all’ mein Leid und Weh’;

Doch wenn ich küsse deinen Mund,

So werd’ ich ganz und gar gesund.

 

Wenn ich mich lehn’ an deine Brust,

Kommt’s über mich wie Himmelslust;

Doch wenn du sprichst: ich liebe dich!

So muss ich weinen bitterlich.

 

v.

Ich will meine Seele tauchen

In den Kelch der Lilie hinein;

Die Lilie soll klingend hauchen

Ein Lied von der Liebsten mein.

 

Das Lied soll schauern und beben,

Wie der Kuss von ihrem Mund,

Den sie mir einst gegeben

In wunderbar süsser Stund’.

 

From my tears there will spring

Many blossoming flowers,

And my sighs shall become

A chorus of nightingales.

 

And if you love me, child,

I’ll give you all the flowers,

And at your window shall sound

The nightingale’s song.

 

 

Rose, lily, dove, sun,

I loved them all once in the bliss of love.

I love them no more, I only love

She who is small, fine, pure, rare;

She, most blissful of all loves,

Is rose and lily and dove and sun.

 

 

When I look into your eyes,

All my pain and sorrow vanish;

But when I kiss your lips,

Then I am wholly healed.

 

When I lay my head against your breast,

Heavenly bliss steals over me;

But when you say: I love you!

I must weep bitter tears.

 

Let me bathe my soul

In the lily’s chalice;

The lily shall resound

With a song of my beloved.

 

The songs shall tremble and quiver

Like the kiss that her lips

Once gave me

In a wondrously sweet hour.

vi.

Im Rhein, im heiligen Strome,

Da spiegelt sich in den Well’n

Mit seinem grossen Dome,

Das grosse, heilige Köln.

 

Im Dom da steht ein Bildnis,

Auf gold’nem Leder gemalt;

In meines Lebens Wildnis

Hat’s freundlich hineingestrahlt.

 

Es schweben Blumen und Eng’lein

Um unsre liebe Frau;

Die Augen, die Lippen, die Wäng’lein,

Die gleichen der Liebsten genau.

 

vii.

Ich grolle nicht, und wenn das Herz auch bricht,

Ewig verlor’nes Lieb! ich grolle nicht.

Wie du auch strahlst in Diamantenpracht,

Es fällt kein Strahl in deines Herzens Nacht.

 

Das weiss ich längst. Ich sah dich ja im Traume,

Und sah die Nacht in deines Herzens Raume,

Und sah die Schlang’, die dir am Herzen frisst,

Ich sah, mein Lieb, wie sehr du elend bist.

viii.

Und wüssten’s die Blumen, die kleinen,

Wie tief verwundet mein Herz,

Sie würden mit mir weinen,

Zu heilen meinen Schmerz.

 

Und wüssten’s die Nachtigallen,

Wie ich so traurig und krank,

Sie liessen fröhlich erschallen

Erquickenden Gesang.

Und wüssten sie mein Wehe,

Die goldenen Sternelein,

Sie kämen aus ihrer Höhe,

Und sprächen Trost mir ein.

 

Sie alle können’s nicht wissen,

Nur eine kennt meinen Schmerz:

Sie hat ja selbst zerrissen,

Zerrissen mir das Herz.

 

In the Rhine, in the holy river,

Mirrored in its waves,

With its great cathedral,

Stands great and holy Cologne.

 

In the cathedral hangs a picture,

Painted on gilded leather;

Into my life’s wilderness

It has cast its friendly rays.

 

Flowers and cherubs hover

Around Our beloved Lady;

Her eyes, her lips, her cheeks

Are the image of my love’s.

 

I bear no grudge, though my heart is breaking,

O love forever lost! I bear no grudge.

However you gleam in diamond splendour,

No ray falls in the night of your heart.

 

I’ve known that long. For I saw you in my dreams,

And saw the night within your heart,

And saw the serpent gnawing at your heart;

I saw, my love, how pitiful you are.

 

If the little flowers knew

How deeply my heart is hurt,

They would weep with me

To heal my pain.

 

If the nightingales knew

How sad I am and sick,

They would joyfully make the air

Ring with refreshing song.

And if they knew of my grief,

Those little golden stars,

They would come down from the sky

And console me with their words.

 

But none of them can know;

My pain is known to one alone;

For she it was who broke,

Broke my heart in two.

ix.

Das ist ein Flöten und Geigen,

Trompeten schmettern darein;

Da tanzt wohl den Hochzeitsreigen

Die Herzallerliebste mein.

 

Das ist ein Klingen und Dröhnen,

Ein Pauken und ein Schalmei’n;

Dazwischen schluchzen und stöhnen

Die lieblichen Engelein.

 

x.

Hör’ ich das Liedchen klingen,

Das einst die Liebste sang,

So will mir die Brust zerspringen

Von wildem Schmerzendrang.

 

Es treibt mich ein dunkles Sehnen

Hinauf zur Waldeshöh’,

Dort löst sich auf in Tränen

Mein übergrosses Weh’.

 

xi.

Ein Jüngling liebt ein Mädchen,

Die hat einen andern erwählt;

Der andre liebt eine andre,

Und hat sich mit dieser vermählt.

 

Das Mädchen nimmt aus Ärger

Den ersten besten Mann,

Der ihr in den Weg gelaufen;

Der Jüngling ist übel dran.

 

Es ist eine alte Geschichte,

Doch bleibt sie immer neu;

Und wem sie just passieret,

Dem bricht das Herz entzwei.

xii.

Am leuchtenden Sommermorgen

Geh’ ich im Garten herum.

Es flüstern und sprechen die Blumen,

Ich aber wandle stumm.

 

Es flüstern und sprechen die Blumen,

Und schau’n mitleidig mich an:

„Sei unsrer Schwester nicht böse,

Du trauriger, blasser Mann.“

 

What a fluting, what a scraping,

With trumpets blaring in;

That must be my dearest love

Dancing at her wedding feast.

 

What a clashing, what a clanging,

What a drumming, what a piping;

And the lovely little angels

Sobbing and groaning in between.

 

 

When I hear the little song

That my love once sang,

My heart almost bursts

With the wild rush of pain.

 

A dark longing drives me

Out to the wooded heights,

Where my overwhelming grief

Dissolves in tears.

 

 

A boy loves a girl

Who chooses another;

He in turn loves another

And marries her.

 

The girl, out of pique,

Takes the very first man

To come her way;

The boy is badly hurt.

 

It is an old story,

Yet remains ever new;

And he to whom it happens,

It breaks his heart in two.

 

One bright summer morning

I walk around the garden.

The flowers whisper and talk,

But I walk silently.

 

The flowers whisper and talk,

And look at me in pity:

‘Be not angry with our sister,

You sad, pale man.’

xiii.

Ich hab’ im Traum geweinet,

Mir träumte, du lägest im Grab.

Ich wachte auf, und die Träne

Floss noch von der Wange herab.

Ich hab’ im Traum geweinet,

Mir träumt’, du verliessest mich.

Ich wachte auf, und ich weinte

Noch lange bitterlich.

 

Ich hab’ im Traum geweinet,

Mir träumte, du wär’st mir noch gut.

Ich wachte auf, und noch immer

Strömt meine Tränenflut.

 

xiv.

Allnächtlich im Traume seh’ ich dich

Und sehe dich freundlich grüssen,

Und laut aufweinend stürz’ ich mich

Zu deinen süssen Füssen.

 

Du siehest mich an wehmütiglich

Und schüttelst das blonde Köpfchen;

Aus deinen Augen schleichen sich

Die Perlentränentröpfchen.

 

Du sagst mir heimlich ein leises Wort

Und gibst mir den Strauss von Zypressen.

Ich wache auf, und der Strauss ist fort,

Und’s Wort hab’ ich vergessen.

 

I wept in my dream;

I dreamt you lay in your grave.

I woke, and tears

Still flowed down my cheeks.

I wept in my dream;

I dreamt that you were leaving me.

I woke, and wept on

Long and bitterly.

 

I wept in my dream;

I dreamt you loved me still.

I woke, and still

My tears stream.

 

 

Nightly in my dreams I see you,

And see your friendly greeting,

And weeping loud, I hurl myself

Down at your sweet feet.

 

Wistfully you look at me,

Shaking your fair little head;

Stealing from your eyes

Flow little tears of pearl.

 

You whisper me a soft word

And hand me a wreath of cypress.

I wake, the wreath is gone,

And I cannot remember the word.

xv.

Aus alten Märchen winkt es

Hervor mit weisser Hand,

Da singt es und da klingt es

Von einem Zauberland;

 

Wo bunte Blumen blühen

Im gold’nen Abendlicht,

Und lieblich duftend glühen,

Mit bräutlichem Gesicht;

 

Und grüne Bäume singen

Uralte Melodei’n,

Die Lüfte heimlich klingen,

Und Vögel schmettern drein;

 

Und Nebelbilder steigen

Wohl aus der Erd’ hervor,

Und tanzen luft’gen Reigen

Im wunderlichen Chor;

 

Und blaue Funken brennen

An jedem Blatt und Reis,

Und rote Lichter rennen

Im irren, wirren Kreis;

 

Und laute Quellen brechen

Aus wildem Marmorstein.

Und seltsam in den Bächen

Strahlt fort der Widerschein.

 

Ach, könnt’ ich dorthin kommen,

Und dort mein Herz erfreu’n,

Und aller Qual entnommen,

Und frei und selig sein!

 

Ach! jenes Land der Wonne,

Das seh’ ich oft im Traum,

Doch kommt die Morgensonne,

Zerfliesst’s wie eitel Schaum.

 

A white hand beckons

From fairy tales of old,

Where there are sounds and songs

Of a magic land;

 

Where brightly coloured flowers

Bloom in the golden twilight,

And glow sweet and fragrant

With a bride-like face;

 

And green trees

Sing primeval melodies,

Mysterious breezes murmur,

And birds too join in warbling;

 

And misty shapes rise up

From the very ground,

And dance airy dances

In a strange throng;

 

And blue sparks blaze

On every leaf and twig,

And red fires race

Madly round and round;

 

And loud springs gush

From wild marble cliffs.

And strangely in the streams

Reflections shine on and on.

 

Ah, could I but reach that land,

And there make glad my heart,

And be relieved of all pain,

And be blissful and free!

 

Ah, that land of delight,

I see it often in my dreams,

But with the morning sun

It melts away like mere foam.

xvi.

Die alten, bösen Lieder,

Die Träume bös’ und arg,

Die lasst uns jetzt begraben,

Holt einen grossen Sarg.

 

Hinein leg’ ich gar manches,

Doch sag’ ich noch nicht was;

Der Sarg muss sein noch grösser,

Wie’s Heidelberger Fass.

 

Und holt eine Totenbahre

Und Bretter fest und dick;

Auch muss sie sein noch länger,

Als wie zu Mainz die Brück’.

 

Und holt mir auch zwölf Riesen,

Die müssen noch stärker sein

Als wie der starke Christoph

Im Dom zu Köln am Rhein.

 

Die sollen den Sarg forttragen,

Und senken ins Meer hinab;

Denn solchem grossen Sarge

Gebührt ein grosses Grab.

 

Wisst ihr, warum der Sarg wohl

So gross und schwer mag sein?

Ich senkt’ auch meine Liebe

Und meinen Schmerz hinein.

 

The bad old songs,

The bad and bitter dreams,

Let us now bury them.

Fetch me a large coffin.

 

I have much to put in it,

Though what, I won’t yet say;

The coffin must be even larger

Than the vat at Heidelberg.

 

And fetch a bier

Made of firm thick timber:

And it must be even longer

Than the bridge at Mainz.

 

And fetch for me twelve giants;

They must be even stronger

Than Saint Christopher the Strong

In Cologne Cathedral on the Rhine.

 

They shall bear the coffin away,

And sink it deep into the sea;

For such a large coffin

Deserves a large grave.

 

Do you know why the coffin

Must be so large and heavy?

I’d like to bury there my love

And my sorrow too.

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